Laktat-Schwellenmodelle berechnen und vergleichen
Stufenwerte eintragen und sehen, welche Schwelle fünf publizierte Verfahren aus derselben Kurve ableiten: Mader 4 mmol/l, Dickhuth, D-Max, Modified D-Max nach Bishop und Log-Log nach Beaver. Dazu eine ruhewertbezogene Plenea-Voreinstellung ohne eigene Publikationsquelle und die Trainingsbereiche des Modells, für das du dich entscheidest.
Rechnet im Browser · keine Übertragung · keine Speicherung · keine Anmeldung
1 Messwerte
| Stufe | Last W | Laktat mmol/l | HF bpm | Entfernen |
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Wird nur in diesem Browser gerechnet. Nichts wird gesendet.
2 Ergebnis
Anaerobe Schwelle je nach Modell
210–260 Watt
Spannweite 50 Watt (23,8 %) auf derselben Kurve. Deshalb gehört das verwendete Modell in jeden Befund.
3 Trainingsbereiche
Aus der Schwelle nach Dickhuth. Die Grenzen sind feste Prozentanteile der Schwellenlast; andere Zonenmodelle setzen andere.
| Bereich | Last (W) | Herzfrequenz |
|---|---|---|
| Regeneration | bis 135 | bis 122 bpm |
| Grundlagenausdauertraining 1 | 135–165 | 122–134 bpm |
| Grundlagenausdauertraining 2 | 165–210 | 134–152 bpm |
| Grundlagenausdauertraining 3 | 210–237 | 152–162 bpm |
| Wettkampfspezifische Ausdauer | ab 237 | ab 162 bpm |
Was die Zahlen bedeuten.
Die Spannweite ist der eigentliche Befund
Wer denselben Test durch mehrere Verfahren rechnet, sieht sofort, was in einem einzelnen Befund unsichtbar bleibt: Die Modelle liegen auseinander, und zwar teils um 20 Prozent und mehr der Schwellenleistung2,3. Das ist kein Messfehler, sondern die Folge unterschiedlicher Definitionen desselben Übergangs.
Praktisch heißt das: Ein Schwellenwert ohne Angabe des Verfahrens ist für einen Verlaufsvergleich unbrauchbar. Und ein Modellwechsel zwischen zwei Tests erzeugt eine Entwicklung, die es nicht gegeben hat4.
Welches Modell wofür
Die Auswahl folgt in der Praxis vier Fragen: Womit wurden die Vorbefunde dieser Person gerechnet? Welche Daten liefert das eigene Protokoll? Welche Sportart und welches Leistungsniveau liegen vor? Und mit welchen externen Werten muss der Befund vergleichbar bleiben? Ausführlich steht das im Beitrag Laktat-Schwellenmodelle im Vergleich.
Die Rechenlogik folgt dabei nicht in jedem Punkt der Originalarbeit: D-Max und Modified D-Max werten hier die gemessenen Stufenpunkte direkt aus, ohne eine Polynomkurve anzupassen, und die Log-Log-Regression rechnet mit Leistung statt mit Sauerstoffaufnahme — eine in der Literatur verbreitete Adaption des Verfahrens nach Beaver. Wer Ergebnisse mit anderer Software vergleicht, vergleicht deshalb nicht zwangsläufig dieselbe Rechenvorschrift.
Von der Schwelle zu den Bereichen
Die Zonen unten im Rechner sind Prozentanteile der Schwellenleistung. Wichtig und oft missverstanden: Im hier verwendeten Diagnostikmodell liegt die Schwelle innerhalb der Schwellenzone. Andere Zonenmodelle setzen andere Grenzen. Wie die Bereiche entstehen und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Trainingsbereiche aus dem Laktattest berechnen.
Was der Rechner nicht kann
Er sieht das Protokoll nicht. Stufendauer, Belastungssprung, Zeitpunkt der Probenahme und die Frage, ob der Ruhewert vor dem Aufwärmen abgenommen wurde, beeinflussen das Ergebnis ebenfalls. Der Rechner prüft diese Erhebungsbedingungen nicht. Was ein belastbares Protokoll ausmacht, steht unter Laktatstufentest: Protokoll, Stufendauer und Abbruchkriterien.
Häufige Fragen
- Warum liefern die Modelle unterschiedliche Schwellen?
- Weil sie unterschiedlich definierte Punkte derselben Kurve suchen: eine feste Laktatkonzentration, einen Abstand zum Ruhewert, das Minimum des Laktatäquivalents oder den größten Abstand zu einer Referenzgeraden. Keines der Rechenmodelle gilt als Goldstandard1; als physiologisches Referenzkriterium dient meist das maximale Laktat-Steady-State (MLSS)5.
- Werden meine eingegebenen Werte gespeichert?
- Nein. Die Berechnung läuft vollständig im Browser. Es wird nichts an einen Server gesendet, nichts gespeichert und nichts protokolliert.
- Rechnet der Rechner dasselbe wie die Software?
- Ja. Er verwendet dieselbe Rechenbibliothek wie das Produkt, nicht eine nachgebaute Fassung. Ergebnisse hängen auch von Eingaben, Konfiguration und Versionsstand ab. Die Verwendung derselben Bibliothek ersetzt keine fachliche Prüfung.
- Warum zeigt Log-Log keine zweite Schwelle?
- Weil das Verfahren nach Beaver methodisch nur eine Schwelle definiert. Ein leeres Feld bedeutet hier nicht, dass Daten fehlen.
- Kann ich das Ergebnis als Befund verwenden?
- Nein. Der Rechner liefert Modellergebnisse ohne Prüfung der Testdurchführung. Ein Befund braucht ein dokumentiertes Protokoll, die Beurteilung der Messqualität und eine fachliche Freigabe.
Quellen
- 1
Faude O, Kindermann W, Meyer T. Lactate threshold concepts: how valid are they? Sports Medicine. 2009;39(6):469–490.
ÜbersichtsarbeitDOI 10.2165/00007256-200939060-00003PubMed 19453206
- 2
Jamnick NA, Botella J, Pyne DB, Bishop DJ. Manipulating graded exercise test variables affects the validity of the lactate threshold and V̇O2peak. PLoS One. 2018;13(7):e0199794.
OriginalarbeitDOI 10.1371/journal.pone.0199794PubMed 30059543
- 3
Bishop D, Jenkins DG, Mackinnon LT. The relationship between plasma lactate parameters, Wpeak and 1-h cycling performance in women. Medicine and Science in Sports and Exercise. 1998;30(8):1270–1275.
OriginalarbeitDOI 10.1097/00005768-199808000-00014PubMed 9710868
- 4
Heuberger JAAC, Gal P, Stuurman FE, de Muinck Keizer WAS, Mejia Miranda Y, Cohen AF. Repeatability and predictive value of lactate threshold concepts in endurance sports. PLoS One. 2018;13(11):e0206846.
OriginalarbeitDOI 10.1371/journal.pone.0206846PubMed 30427900
- 5
Jones AM, Burnley M, Black MI, Poole DC, Vanhatalo A. The maximal metabolic steady state: redefining the 'gold standard'. Physiological Reports. 2019;7(10):e14098.
ÜbersichtsarbeitDOI 10.14814/phy2.14098PubMed 31124324
Fachliche Information zur Methodik der Leistungsdiagnostik. Die Ausgabe ist ein Modellergebnis und kein Befund. Kein medizinischer Rat, keine Diagnose und kein Ersatz für die Beurteilung durch qualifizierte Fachpersonen.
Sechs Modelle auf denselben Rohdaten.
In Plenea steht die Modellwahl als dokumentierte fachliche Entscheidung im Auswertungsschritt — mit Quellenangabe je Verfahren, Verlauf über mehrere Tests und nachvollziehbaren Zonenbezügen.