Laktat-Schwellenmodelle berechnen und vergleichen

Stufenwerte eintragen und sehen, welche Schwelle fünf publizierte Verfahren aus derselben Kurve ableiten: Mader 4 mmol/l, Dickhuth, D-Max, Modified D-Max nach Bishop und Log-Log nach Beaver. Dazu eine ruhewertbezogene Plenea-Voreinstellung ohne eigene Publikationsquelle und die Trainingsbereiche des Modells, für das du dich entscheidest.

Rechnet im Browser · keine Übertragung · keine Speicherung · keine Anmeldung

1 Messwerte

Testart
Stufenwerte des Tests
StufeLast WLaktat mmol/lHF bpmEntfernen
1
2
3
4
5
6
7

Wird nur in diesem Browser gerechnet. Nichts wird gesendet.

2 Ergebnis

Anaerobe Schwelle je nach Modell

210–260 Watt

Spannweite 50 Watt (23,8 %) auf derselben Kurve. Deshalb gehört das verwendete Modell in jeden Befund.

024681012mmol/l100140180220260300340Waerob 148anaerob 225
Spannweite der anaeroben Schwelle über alle Modelle. Gewähltes Modell. Die Linien liegen nicht übereinander, weil die Verfahren unterschiedliche Punkte derselben Kurve definieren — kein Messfehler.
Modell wählen — steuert Hervorhebung und Trainingsbereiche
Aerob
148 W
Anaerob
210 W2,4 mmol/l · 152 bpm

Praxisheuristik, keine Publikation

Aerob
190 W
Anaerob
257 W4,0 mmol/l · 169 bpm

Heck et al. 1985 (Originalpublikation, öffnet neues Fenster)

Aerob
148 W
Anaerob
225 W2,8 mmol/l · 158 bpm

Dickhuth et al. 1991 (Originalpublikation, öffnet neues Fenster)

Aerob
220 W
Anaerob
260 W4,1 mmol/l · 170 bpm

Bishop et al. 1998 (Originalpublikation, öffnet neues Fenster)

Aerob
220 W
Anaerob
methodisch nur eine Schwelle

Beaver et al. 1985 (Originalpublikation, öffnet neues Fenster)

Aerob
180 W
Anaerob
260 W4,1 mmol/l · 170 bpm

Cheng et al. 1992 (Originalpublikation, öffnet neues Fenster)

3 Trainingsbereiche

Aus der Schwelle nach Dickhuth. Die Grenzen sind feste Prozentanteile der Schwellenlast; andere Zonenmodelle setzen andere.

BereichLast (W)Herzfrequenz
Regenerationbis 135bis 122 bpm
Grundlagenausdauertraining 1135–165122–134 bpm
Grundlagenausdauertraining 2165–210134–152 bpm
Grundlagenausdauertraining 3210–237152–162 bpm
Wettkampfspezifische Ausdauerab 237ab 162 bpm

Was die Zahlen bedeuten.

Die Spannweite ist der eigentliche Befund

Wer denselben Test durch mehrere Verfahren rechnet, sieht sofort, was in einem einzelnen Befund unsichtbar bleibt: Die Modelle liegen auseinander, und zwar teils um 20 Prozent und mehr der Schwellenleistung2,3. Das ist kein Messfehler, sondern die Folge unterschiedlicher Definitionen desselben Übergangs.

Praktisch heißt das: Ein Schwellenwert ohne Angabe des Verfahrens ist für einen Verlaufsvergleich unbrauchbar. Und ein Modellwechsel zwischen zwei Tests erzeugt eine Entwicklung, die es nicht gegeben hat4.

Welches Modell wofür

Die Auswahl folgt in der Praxis vier Fragen: Womit wurden die Vorbefunde dieser Person gerechnet? Welche Daten liefert das eigene Protokoll? Welche Sportart und welches Leistungsniveau liegen vor? Und mit welchen externen Werten muss der Befund vergleichbar bleiben? Ausführlich steht das im Beitrag Laktat-Schwellenmodelle im Vergleich.

Die Rechenlogik folgt dabei nicht in jedem Punkt der Originalarbeit: D-Max und Modified D-Max werten hier die gemessenen Stufenpunkte direkt aus, ohne eine Polynomkurve anzupassen, und die Log-Log-Regression rechnet mit Leistung statt mit Sauerstoffaufnahme — eine in der Literatur verbreitete Adaption des Verfahrens nach Beaver. Wer Ergebnisse mit anderer Software vergleicht, vergleicht deshalb nicht zwangsläufig dieselbe Rechenvorschrift.

Von der Schwelle zu den Bereichen

Die Zonen unten im Rechner sind Prozentanteile der Schwellenleistung. Wichtig und oft missverstanden: Im hier verwendeten Diagnostikmodell liegt die Schwelle innerhalb der Schwellenzone. Andere Zonenmodelle setzen andere Grenzen. Wie die Bereiche entstehen und wo ihre Grenzen liegen, steht unter Trainingsbereiche aus dem Laktattest berechnen.

Was der Rechner nicht kann

Er sieht das Protokoll nicht. Stufendauer, Belastungssprung, Zeitpunkt der Probenahme und die Frage, ob der Ruhewert vor dem Aufwärmen abgenommen wurde, beeinflussen das Ergebnis ebenfalls. Der Rechner prüft diese Erhebungsbedingungen nicht. Was ein belastbares Protokoll ausmacht, steht unter Laktatstufentest: Protokoll, Stufendauer und Abbruchkriterien.

Häufige Fragen

Warum liefern die Modelle unterschiedliche Schwellen?
Weil sie unterschiedlich definierte Punkte derselben Kurve suchen: eine feste Laktatkonzentration, einen Abstand zum Ruhewert, das Minimum des Laktatäquivalents oder den größten Abstand zu einer Referenzgeraden. Keines der Rechenmodelle gilt als Goldstandard1; als physiologisches Referenzkriterium dient meist das maximale Laktat-Steady-State (MLSS)5.
Werden meine eingegebenen Werte gespeichert?
Nein. Die Berechnung läuft vollständig im Browser. Es wird nichts an einen Server gesendet, nichts gespeichert und nichts protokolliert.
Rechnet der Rechner dasselbe wie die Software?
Ja. Er verwendet dieselbe Rechenbibliothek wie das Produkt, nicht eine nachgebaute Fassung. Ergebnisse hängen auch von Eingaben, Konfiguration und Versionsstand ab. Die Verwendung derselben Bibliothek ersetzt keine fachliche Prüfung.
Warum zeigt Log-Log keine zweite Schwelle?
Weil das Verfahren nach Beaver methodisch nur eine Schwelle definiert. Ein leeres Feld bedeutet hier nicht, dass Daten fehlen.
Kann ich das Ergebnis als Befund verwenden?
Nein. Der Rechner liefert Modellergebnisse ohne Prüfung der Testdurchführung. Ein Befund braucht ein dokumentiertes Protokoll, die Beurteilung der Messqualität und eine fachliche Freigabe.

Quellen

  1. 1

    Faude O, Kindermann W, Meyer T. Lactate threshold concepts: how valid are they? Sports Medicine. 2009;39(6):469–490.

    ÜbersichtsarbeitDOI 10.2165/00007256-200939060-00003PubMed 19453206

  2. 2
  3. 3

    Bishop D, Jenkins DG, Mackinnon LT. The relationship between plasma lactate parameters, Wpeak and 1-h cycling performance in women. Medicine and Science in Sports and Exercise. 1998;30(8):1270–1275.

    OriginalarbeitDOI 10.1097/00005768-199808000-00014PubMed 9710868

  4. 4

    Heuberger JAAC, Gal P, Stuurman FE, de Muinck Keizer WAS, Mejia Miranda Y, Cohen AF. Repeatability and predictive value of lactate threshold concepts in endurance sports. PLoS One. 2018;13(11):e0206846.

    OriginalarbeitDOI 10.1371/journal.pone.0206846PubMed 30427900

  5. 5

    Jones AM, Burnley M, Black MI, Poole DC, Vanhatalo A. The maximal metabolic steady state: redefining the 'gold standard'. Physiological Reports. 2019;7(10):e14098.

    ÜbersichtsarbeitDOI 10.14814/phy2.14098PubMed 31124324

Fachliche Information zur Methodik der Leistungsdiagnostik. Die Ausgabe ist ein Modellergebnis und kein Befund. Kein medizinischer Rat, keine Diagnose und kein Ersatz für die Beurteilung durch qualifizierte Fachpersonen.

Sechs Modelle auf denselben Rohdaten.

In Plenea steht die Modellwahl als dokumentierte fachliche Entscheidung im Auswertungsschritt — mit Quellenangabe je Verfahren, Verlauf über mehrere Tests und nachvollziehbaren Zonenbezügen.